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Vereinigtes Königreich

Europa · Hauptstadt London · Währung GBP
Lebenshaltung (DE = 100)
115%
Spitzen-Einkommensteuer
45%
DBA mit Deutschland
✓ 2010
Klima
atlantisch

🛂 Visa-Optionen für Deutsche

Skilled Worker VisaHigh Potential IndividualInnovator FounderFamily Visa

💰 Steuern

Progressiv 20–45 %, NI extra

Non-Domiciled Status seit 2025 abgeschafft. Neue 4-Jahres-Regelung für Zuzügler (FIG-Regime).

DBA mit Deutschland: Ja, seit 2010. Damit werden Doppelbesteuerungen typischerweise per Anrechnungs- oder Freistellungsmethode vermieden.

→ DBA-Lookup für Vereinigtes Königreich · → Wegzugsteuer-Rechner

🏥 Gesundheitssystem

NHS (öffentlich, lange Wartezeiten)

🇩🇪 Deutsche Community

~150k

📌 Auf einen Blick

  • Nach Brexit Visa erforderlich
  • London teuer, Norden bezahlbar
  • Non-Dom-Era vorbei

📝 Hintergrund: Auswandern nach Vereinigtes Königreich

Das Vereinigte Königreich war lange das bevorzugte Ziel für Deutsche, die englischsprachig, europanah und trotzdem „raus" wollten. Diese Gleichung stimmt seit dem Brexit nicht mehr uneingeschränkt. Wer heute nach Großbritannien zieht, braucht ein Visum – und wer dachte, der Non-Domiciled-Status mache das Land zum Steuerparadies für Vermögende, sollte wissen: Dieses Kapitel ist seit 2025 geschlossen. Was bleibt, ist ein komplexes, aber durchaus realistisches Ziel – wenn man die neuen Regeln kennt.

Nach dem Brexit: Welche Visa-Wege es noch gibt

EU-Freizügigkeit existiert für Neuzügler nicht mehr. Wer aus Deutschland ins Vereinigte Königreich zieht, braucht einen der folgenden Wege:

  • Skilled Worker Visa: Der klassische Weg für Arbeitnehmer. Du brauchst ein Jobangebot von einem zugelassenen Arbeitgeber, das Gehalt muss Mindestschwellen erfüllen, und der Beruf muss auf der Eligible-Occupations-Liste stehen.
  • High Potential Individual (HPI): Für Absolventen bestimmter Top-Universitäten weltweit – ohne Jobangebot, aber zeitlich begrenzt auf zwei Jahre.
  • Innovator Founder Visa: Für Gründer mit einer innovativen, skalierbaren Geschäftsidee, die von einer zugelassenen Stelle endorsiert wird. Hohe Hürde, aber langfristig attraktiv.
  • Family Visa: Wenn du britische Staatsangehörige oder dauerhaft Ansässige heiraten oder zusammenziehen möchtest.

Wichtig: Visa-Regeln ändern sich regelmäßig – Mindestgehaltsgrenzen wurden zuletzt 2024 teils deutlich angehoben. Vor einem Umzug ist professionelle Beratung durch einen zugelassenen Immigration Advisor oder Anwalt unbedingt nötig. Was heute gilt, kann morgen anders aussehen. Stand 2026, ohne Gewähr.

Das Ende des Non-Dom-Status: Was das für dich bedeutet

Jahrzehntelang war der Non-Domiciled-Status ein Hauptargument, warum vermögende Ausländer nach London zogen: Auslandseinkünfte blieben steuerfrei, solange sie nicht ins UK überwiesen wurden. Dieses Modell ist seit April 2025 abgeschafft.

An seine Stelle tritt das sogenannte FIG-Regime (Foreign Income and Gains). Es gilt für Personen, die neu ins UK ziehen und in den ersten vier Jahren steuerlich ansässig sind: In diesem Zeitraum können ausländische Einkünfte und Gewinne unter bestimmten Bedingungen von der UK-Steuer ausgenommen werden. Nach vier Jahren greift die volle Steuerpflicht – wie bei jedem anderen Resident auch.

Was das konkret für dich bedeutet, hängt stark von deiner individuellen Situation ab: Herkunft der Einkünfte, bestehende Beteiligungen, Trusts, Immobilienbesitz in Deutschland. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich besteht seit 2010 und regelt, welcher Staat das Besteuerungsrecht hat – aber DBA-Anwendung ist komplex. Unser DBA-Lookup gibt dir einen ersten Überblick, ersetzt aber keine Steuerberatung. Schalte vor einem Wegzug unbedingt einen auf internationales Steuerrecht spezialisierten Berater ein.

Lebenshaltungskosten: London ist nicht das ganze Land

Im Durchschnitt liegt das Preisniveau im Vereinigten Königreich etwa 15 % über dem deutschen – aber diese Zahl verzerrt erheblich. London gehört zu den teuersten Städten Europas: Mieten in zentralen Lagen, Kinderbetreuung und Gastronomie schlagen deutlich stärker zu Buche als in Deutschland. Wer dagegen in Manchester, Leeds, Edinburgh oder kleineren Städten im Norden lebt, findet deutlich bezahlbarere Verhältnisse.

Der Spitzensteuersatz liegt bei 45 %, die Progression beginnt bei 20 %. Hinzu kommen National Insurance Contributions (NI), die sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber zusätzlich belasten. Netto kann das Ergebnis je nach Einkommenshöhe und -art sehr unterschiedlich ausfallen – ein pauschaler Steuervergleich mit Deutschland hilft hier wenig.

Gesundheit, Alltag und die deutsche Community

Der NHS ist kostenlos zugänglich – für Visa-Inhaber gegen eine jährliche Immigration Health Surcharge, die beim Visumantrag zu zahlen ist. Die Versorgung ist grundsätzlich solide, aber Wartezeiten auf Facharztstellen und geplante Eingriffe können lang sein. Viele Expats entscheiden sich deshalb für eine private Zusatzversicherung.

Die deutsche Community im UK umfasst rund 150.000 Personen, konzentriert sich aber stark auf London. Abseits der Hauptstadt ist das Netzwerk dünn. Sprache ist kein Problem – das Englischniveau der meisten deutschen Auswanderer reicht für Alltag und Beruf problemlos.

Das Vereinigte Königreich bleibt ein realistisches Ziel – aber kein einfaches mehr. Der Wegfall der Freizügigkeit und das Ende des Non-Dom-Regimes haben die Karten neu gemischt. Wer trotzdem dorthin zieht, braucht einen klaren Visa-Plan, realistische Steuererwartungen und professionelle Begleitung. Wenn du prüfen willst, ob Deutschland beim Wegzug noch nachbesteuert, schau dir unser Tool zur Wegzugsteuer an – und dann: Berater einschalten.

Stand: Recherchestand 2026. Steuer- und Visa-Regelungen ändern sich häufig. Vor verbindlichen Schritten bitte Steuerberatung und ggf. Migrationsanwältin konsultieren.

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